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Anbetung in der Praxis

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Anbetung – eine Trilogie

Martin Pepper ist Szenekennern kein Unbekannter. Der Theologe, Songwriter und Autor hat die deutsche Lobpreisszene entscheidend mit beeinflusst. Mit einer Vielzahl von Liedern, die den Weg in eine ganze Reihe von Liederbüchern gefunden haben, und 20 Soloalben hat er seine musikalische Visitenkarte schon lange und überzeugend abgegeben. Dabei hat er, mehr und mehr, auch Themen aufgegriffen, die man nicht sofort im klassischen Lobpreissektor vermutete. Als Theologe war bisher allerdings weniger zum Thema von ihm zu hören. Das holt er nun eindrucksvoll nach. In den letzten Jahren hat er eine Trilogie der Anbetung verfasst, dessen letzter Band nun erschienen ist.

Eines kann ich nach der Lektüre ohne Untertreibung sagen: Hier wird das Thema das erste Mal in einer Breite behandelt, die ihresgleichen sucht. Eigentlich sollte man von einer wissenschaftlichen Abhandlung sprechen, so kompetent und umfassend arbeitet er den Gegenstand des Interesses ab. Dabei belässt er es aber nicht, denn hier ist einer am Werk, der mit seiner Überzeugung als Christ bei der Sache ist. Und deswegen geht es eben nicht nur um trockene Fakten und deren Analyse. Martin Pepper schreibt als Christ, der einen persönlichen Zugang zum Thema hat. Er bemerkt dazu: „Wir müssen mehr über unsere Anbetung nachdenken. Es ist an der Zeit nicht nur über Musikstile, alte und neue Lieder, Vorlieben und Abneigungen zu sprechen, sondernd das Innere der Anbetung neu in den Blick zu nehmen“.

Diese Orientierung macht damit schon den ersten Band zu einer wahren Fundgrube. Von einer ersten Annäherung an die Frage was Anbetung ist, wer Gott als Gegenüber sein kann, bis hin zur Vielfalt der Anbetung, ihrem Anliegen wird ein komplexes und umfassende Bild der Anbetung gezeichnet. Dazu stellte er zehn Archetypen der Anbetung vor, die er als Autor im  Gesamtzusammenhang des biblischen Kontextes ausgemacht hat. Diese verknüpfte er mit Formen der Anbetung heute.

Im zweiten Band geht er nach innen und „sucht nach dem Schlüssel, der es Glaubenden ermöglicht Gott, die Welt und sich selbst gleichermaßen zu lieben“. Dabei entwickelt er ausgehend vom Gedanken der Anbetung eigentlich eine Form

zeitgemäßer Theologie im Sinne einer Aktualisierung des Glaubens in unserer Zeit. Der Kernpunkt seiner Erkenntnis lautet dabei, dass die „Gottesliebe keine Energie ist, die uns von uns selbst entfremdet und von der Welt isoliert, sondern ein Treibstoff

für Selbstverwirklichung und Weltverbundenheit. (…) Gesunder Glaube braucht eine Integration von Selbst und Welt in das Verständnis der Anbetung. Der Schlüssel dazu ist ein Gottesbild, das den Menschen nicht absolutistisch vereinnahmt, sondern

seine Befreiung und Selbstverwirklichung liebevoll im Blick hat“. „Mit diesem Ansatz räumt er mit überzogenen christlichen und moralischen Denkvorstellungen auf und zeigt Wege unser Christsein in der heutigen Zeit neu zu begründen und zu leben. …“ Er appelliert „damit für einen erwachsenen und mündigen Glauben und lädt ein ihn als Geschenk zu leben“. „Dabei fasst er den Begriff Anbetung sehr weit und bezieht ihn auf die ganze Haltung des gläubigen Menschen vor Gott. Diese Erweiterung ermöglicht ihm die notwendige Kritik an so vielen Fehlhaltungen im Gottesverständnis, an bestimmten Formen des Lobpreises, überhaupt an so vielen Denkmustern in Kirchen und frommen Kreisen“. „Es ist ein Werk über das Christsein in der Moderne, das fundiert lehrt, ohne dabei belehrend zu sein“. Deswegen ist gerade dieser zweite Band jedem Christen als Lektüre zu empfehlen.

Der dritte Band ist dann der noch fehlende Praxisteil. Und hier ist das erste und einzige Mal eine Einschränkung der Breite vorzunehmen. Die von ihm geschilderte Praxis bezieht sich vor allem auf Gottesdienste mit populärer Musik. Auf Gottesdienste, die mit anderen Formen der Anbetung arbeiten geht er allenfalls am Rand ein. Damit nehmen Fragen, wie mit Musikteams zu arbeiten ist oder wie Lieder gut zu begleiten sind, wie auch Fragen zu (Urheber-)Rechten den größten Raum ein. Es geht also eindeutig um die popmusikalische Musikarbeit in Kirchen und Ortsgemeinden. Das ist zweifelsohne notwendig, da es auch in diesem Bereich immer noch an solidem verschriftlichtem Wissen mangelt. Dabei fällt eines positiv auf: „Die oft überhöhten Vorstellungen von dem, was ein Anbetungsleiter sein und leisten müsste, bricht er auf. Seine Gedanken befreien und befähigen. Sein Wissen wirkt nicht  einschüchternd, sondern bleibt durchweg ermutigend“. Martin Pepper geht es in diesem abschließenden Band vor allem um eines: „Anbetung in der Praxis gründlich vorzubereiten, kompetent zu leiten und vielseitig begleiten zu können“. Dass er dabei im Gespräch deutlich macht, dass ihn gerade dieser Band am meisten herausgefordert hat, zeugt von seiner hohen Sensibilität gerade diesem Themenkomplex gegenüber, da er hier als Theologe, Musiker und Leitender am deutlichsten erkennbar wird.

Selten hat sich ein Autor mit diesen Publikationen auch persönlich so offen und

damit angreifbar gezeigt. Gerade das macht seine Ausführungen so wertvoll und in seiner ganzen Bandbreite empfehlenswert. Dies haben bereits viele andere Leser so gesehen und dem Autor in einer beeindruckenden Reihe von Empfehlungen bestätigt. Ein Bruchteil davon hat Eingang in diese Rezension gefunden, denn es war schlicht so treffend formuliert, dass man es nicht besser hätte sagen können. Ich danke deshalb Jennifer Pepper, Valerie Lill, Uta Runne und Gerhard Brüning dafür sie hier zitieren zu können. Mich hat die Trilogie so nachhaltig beeindruckt dass ich sie nur uneingeschränkt empfehlen kann. Damit ordne ich mich in die bereits lange Reihe von Personen ein, die das genauso sehen. Ich kann mich als Musikpädagoge vor allem Dr. Michael Diener anschließen, der bemerkt: „Mich würde es nicht überraschen, wenn wir hier in einigen Jahren von einem Standardwerk sprechen“. Ich ergänze: Ich bin mir sicher, dass dieses Werk im neuen Kirchenmusikstudiengang B-Pop, in anderen Ausbildungsgängen und darüber hinaus ein, wenn nicht sogar, das Standardwerk sein wird.

Thomas Nowack

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